HÄNGT ihn HÖHER

Der Strick um den Hals!

Böse, sehr böse Zungen deuten die Krawatte als Ausdruck der Bereitschaft, sich wie ein Tanzbär vom Chef und anderen Autoritäten am Strick herumführen zu lassen. Doch selbst die mächtigsten Männer der Welt zeigen sich öffentlich nur selten ohne Krawatte. Ob der Krawattenträger nun Angus Young oder Wladimir Putin heißt: Jedem steht eine schier unendliche Auswahl an einfarbigen oder gemusterten Krawatten aus Stoffen von Wolle und Seide in unzähligen Webarten und Längen wie Breiten zur Verfügung. Als unübersehbares Accessoire ist die Krawatte unweigerlich ein aussagekräftiges Statement.

Trauerfälle und Blues Brothers

Bei monochromen Krawatten kann noch nicht viel schiefgehen. Es sei denn, dass der Farbton des kunstvoll genähten Tuches optisch schmerzhaft mit der Hemd- oder Sakkofarbe kollidiert. Oder dass sich ihr Träger für die Unfarbe Schwarz entschieden hat, die nun einmal Trauerenden vorbehalten ist. Oder Rockern wie den Blues Brothers.

Punkten, aber richtig

Die gemusterte Krawatte erfordert hingegen wesentlich mehr Geschmackssicherheit und Stilbewusstsein - und so manche Motivkrawatte (Wildpferde bei Sonnenuntergang) gar eine gehörige Portion Mut. Streifen haben bündig an der Kante abzuschließen, Muster müssen symmetrisch sein und den Schlips gleichmäßig besäumen. Zumindest in der Businesswelt, in der es gerne ein Musterklassiker mit Punkten sein darf. Vorausgesetzt, die Punkte sind größer als Stecknadelknöpfe und kleiner als 1-Cent-Münzen.

Die Krawatte hat Konjunktur

Wer die Konjunkturaussichten abfragen will, braucht bloß den Herren der Schöpfung auf die Brust zu schauen. Zeichnen sich fette Jahre ab, greifen Geschäftsleute zu breiten Krawatten; stehen düstere Zeiten mit Engpässen bevor, fällt die Wahl hingegen auf schmale Umbinder.

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