Krawatten

HÄNGT IHN HÖHER: DIE RENAISSANCE DER KRAWATTE

Böse, sehr böse Zungen deuten die Krawatte als Ausdruck der Bereitschaft, sich wie ein Tanzbär vom Chef und anderen Autoritäten am Strick herumführen zu lassen. Doch selbst die mächtigsten Männer der Welt zeigen sich öffentlich nur selten ohne Krawatte.

Ob der Krawattenträger nun Angus Young oder Wladimir Putin heißt: Jedem steht eine schier unendliche Auswahl an einfärbigen oder gemusterten Krawatten aus Stoffen von Wolle bis Seide in unzähligen Webarten und Längen wie Breiten zur Verfügung. Als unübersehbares Accessoire ist die Krawatte unweigerlich ein aussagekräftiges Statement.

Trauerfälle und Blues Brothers
Bei monochromen Krawatten kann noch nicht viel schiefgehen. Es sei denn, dass der Farbton des kunstvoll genähten Tuches optisch schmerzhaft mit der Hemd- oder Sakkofarbe kollidiert. Oder dass sich ihr Träger für die Unfarbe Schwarz entschieden hat, die nun einmal Trauernden vorbehalten ist. Oder Rockern wie den Blues Brothers.

Punkten, aber richtig

Die gemusterte Krawatte erfordert hingegen wesentlich mehr Geschmackssicherheit und Stilbewusstsein – und so manche Motivkrawatte (Wildpferde bei Sonnenuntergang) gar eine gehörige Portion Mut. Streifen haben bündig an der Kante abzuschließen, Muster müssen symmetrisch sein und den Schlips gleichmäßig besäumen. Zumindest in der Businesswelt, in der es gerne ein Musterklassiker mit Punkten sein darf. Vorausgesetzt, die Punkte sind größer als Stecknadelköpfe und kleiner als 1-Cent-Münzen.

Wenn's vor den Augen flimmert

Je kleinteiliger und dezenter das Muster, desto seriöser. Das gilt auch für die Paisleykrawatten, auf denen sich Amöben zu tummeln scheinen. Vorsicht ist bei geometrischen Mustern angezeigt: Raffinierte Webverfahren macht das Bindegewebe mitunter zum Op-Art-Kunstwerk mit geometrischem oder Flimmereffekt. Das zieht reichtlich Aufmerksamkeit auf sich – und schlimmstenfalls von der Konferenz oder vom Verkaufsgespräch ab.

177.147 Knoten

Als gäbe es noch nicht genug zu beachten, kommt es schließlich auch noch auf den richtig gelegten oder gefädelten Knoten und die richtige Krawattenlänge an. Die perfekt abgelängte Krawatte endet 1 cm über dem Hosenbund. Beim Knoten sind, wie Mathematiker am KTH Royal Institute of Technology in Stockholm ermittelt haben, unglaubliche 177.147 Varianten möglich. Keine Panik! Es reicht, einen zu beherrschen – den aber perfekt.

Das letzte Stück Ritterrüstung

Der Gentleman ist der modischen Etikette gleichermaßen verpflichtet wie der sozialen. Die tadellos gebundene Krawatte gehört daher genauso zu seinen Attributen wie ritterliches Benehmen. Eine durchaus sinnfällige Kombination: Textgeschichtlich ist die Krawatte das letzte Überbleibsel des Brustpanzers aus der Ritterzeit. Kriegerischer Herkunft ist auch ihr Name. Der Überlieferung nach begeisterte sich der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. bei einer Truppenparade anno 1663 derart für den geknüpften Halsschmuck eines kroatischen Regiments, dass die feinen Herren von Paris ihre Halstücher ebenfalls "à la cravate" – auf kroatische Art – zu tragen.

Die Krawatte hat Konjunktur

Wer die Konjunkturaussichten abfragen will, braucht bloß den Herren der Schöpfung auf die Brust zu schauen: Zeichnen sich fette Jahre ab, greifen Geschäftsleute zu breiten Krawatten; stehen düstere Zeiten mit Engpässen bevor, fällt die Wahl hingegen auf schmale Umbinder.

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